Fibromyalgie ganzheitlich behandeln
Autorin: Kerstin Goldstein
Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2025
Fibromyalgie ganzheitlich zu behandeln bedeutet für mich, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern den Menschen als Ganzes. Vielleicht hast du als Betroffene bereits eine lange Geschichte hinter dir: Arzttermine, Untersuchungen, Medikamente – und trotzdem bleibt oft das Gefühl, dass etwas fehlt oder dass sich nur wenig wirklich verbessert.
Mit der Zeit habe ich erkannt, dass es bei Fibromyalgie selten die eine Lösung gibt. Vielmehr entsteht Entlastung dann, wenn mehrere Ebenen zusammenspielen.
In diesem Artikel zeige ich dir, was es aus meiner Sicht heißt, Fibromyalgie ganzheitlich zu behandeln. Du bekommst einen Überblick darüber, warum körperliche Abklärung wichtig ist, wie dein Alltag mehr Stabilität bekommen kann und warum ein freundlicherer Umgang mit dir selbst kein Luxus, sondern ein entscheidender Baustein ist.
Die körperliche Ebene: dein Startpunkt und die Basis
Zu allererst gilt es, die körperliche Ebene genauer zu betrachten. Auch wenn Fibromyalgie nicht über einen einzelnen Laborwert festgestellt werden kann, heißt das nicht, dass medizinische Abklärung unwichtig ist. Im Gegenteil: Sie schafft Orientierung und kann helfen, zusätzliche Belastungen zu erkennen oder auszuschließen.
Warum medizinische Abklärung sinnvoll ist
Viele Symptome der Fibromyalgie überschneiden sich mit anderen körperlichen Themen: Erschöpfung, Schlafprobleme, Muskelschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Deshalb halte ich es für wichtig, den Körper ernst zu nehmen und gründlich hinzuschauen – nicht, um ständig neue Baustellen zu suchen, sondern um Klarheit zu gewinnen.
Eine gute ärztliche Abklärung kann Sicherheit geben und verhindern, dass Beschwerden ausschließlich der Fibromyalgie zugeschrieben werden, obwohl es zusätzliche Faktoren gibt, die beeinflusst werden können.
Schilddrüse, Blutwerte und weitere Untersuchungen
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie relevant die Schilddrüse sein kann. Schon leichte Abweichungen können sich auf Energie, Muskeln, Stimmung und Schlaf auswirken. Auch andere Blutwerte wie Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 oder Magnesium spielen häufig eine Rolle. Daher ist es wichtig, regelmäßig Schilddrüsen- und Blutwerte messen zu lassen und bei Abweichungen etwas dagegen zu tun.
Mir geht es dabei nicht um Selbstdiagnosen, sondern um informierte Gespräche mit Ärztinnen oder Ärzten. Zu wissen, wo der eigene Körper steht, ist ein wichtiger Teil davon, Fibromyalgie ganzheitlich zu behandeln.
Medikamente: Unterstützung, aber kein alleiniger Lösungsweg
Medikamente können entlasten – zum Beispiel bei starken Schmerzen oder Schlafproblemen. Gleichzeitig erlebe ich, dass sie selten alle Bereiche abdecken. Deshalb sehe ich sie als einen möglichen Baustein, nicht als vollständige Antwort.
Mittlerweile gibt es zahlreiche Medikamente, die speziell für Fibromyalgie zugelassen sind oder für Fibromyalgie gut wirksam sind. Es gilt, die für dich passenden herauszufiltern.
Ganzheitlich bedeutet für mich auch hier: regelmäßig prüfen, was wirklich hilft, was Nebenwirkungen mit sich bringt und ob die aktuelle Medikation noch zum eigenen Alltag passt.
Nahrungsergänzungsmittel bewusst einsetzen
Viele Betroffene probieren im Laufe der Zeit verschiedene Nahrungsergänzungsmittel aus. Das kann sinnvoll sein, vor allem bei nachgewiesenen Mängeln. Gleichzeitig beobachte ich, dass zu viele Präparate schnell unübersichtlich werden und zusätzlichen Stress erzeugen.
Weniger ist oft mehr. Gezielte Ergänzungen, gut abgestimmt und regelmäßig überprüft, können Teil eines ganzheitlichen Ansatzes sein – aber nicht dessen Mittelpunkt.
Früher dachte ich immer: „Vitamin-C-Präparate? Nein, ich esse lieber eine Orange.“ Mittlerweile habe ich durch meine Erfahrungen mit Fibromyalgie gelernt, dass manche Nahrungsergänzungsmittel mir tatsächlich einen spürbaren Energieschub geben. Heute gehören sie für mein optimales Fibro-Management einfach dazu – als kleine Unterstützung im Alltag.
Schlafdiagnostik: wenn Erholung ausbleibt
Schlaf ist ein zentrales Thema bei Fibromyalgie. Wenn du trotz ausreichender Schlafdauer dauerhaft müde aufwachst oder das Gefühl hast, nie wirklich zu regenerieren, kann eine Schlafdiagnostik im Schlaflabor sinnvoll sein.
Schlafprobleme beeinflussen Schmerzen, Konzentration und Belastbarkeit erheblich. Deshalb gehört guter Schlaf für mich zu den wichtigsten Grundlagen, wenn man Fibromyalgie ganzheitlich behandeln möchte.
Verwirrt über Medikamente / Nahrungsergänzungen? Dein Arzt kennt sich nicht wirklich mit Fibro aus? In meiner 1:1 Begleitung sprechen wir darüber, was für deine Fibromyalgie hilfreich sein könnte.
Du suchst nach neuen Wegen im Umgang mit Fibromyalgie?
Ich unterstütze dich Schritt für Schritt – damit du wieder das tun kannst, was du gerne möchtest.

Lebensstil: ein wesentlicher Schlüssel im Umgang mit Fibromyalgie
Neben der körperlichen Ebene spielt der Lebensstil eine zentrale Rolle, wenn du Fibromyalgie ganzheitlich behandeln möchtest. Kleine Veränderungen im Alltag können viel bewirken – und zwar ohne, dass du dich überforderst. Es geht darum, Routinen zu entwickeln, die dich unterstützen, anstatt dich zusätzlich zu belasten.
Pacing: die eigene Energie besser einteilen
Eines der wichtigsten Prinzipien ist Pacing – also bewusst die eigene Energie einzuteilen. Bei Fibromyalgie schwankt die Leistungsfähigkeit oft stark. Indem du Aktivitäten planst, Pausen einbaust und Überlastung vermeidest, schützt du dich vor Rückfällen und fühlst dich langfristig stabiler.
Pacing bedeutet nicht, dass du nichts mehr machst, sondern dass du achtsam und realistisch einschätzt, was dein Körper gerade leisten kann. Diese Strategie ist ein Kernstück, um deinen Alltag gut zu gestalten.
Bewegung: sanft, regelmäßig und angepasst
Sanfte Bewegung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Dabei muss es kein intensives Training sein – schon kurze Spaziergänge, leichtes Stretching oder Pilates-Übungen können die Muskeln unterstützen, Schmerzen reduzieren und das Wohlbefinden steigern.
Wichtig ist, dass du eine Form der Bewegung findest, die zu deinem aktuellen Zustand passt und Freude bereitet. Regelmäßigkeit zählt hier mehr als Intensität.
Schlafroutine: kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Eine stabile Schlafroutine kann viel für dein Energielevel tun. Versuche, feste Schlaf- und Aufstehzeiten einzuhalten, das Schlafzimmer ruhig und dunkel zu halten und abends auf stimulierende Inhalte oder große Mahlzeiten zu verzichten.
Auch kleine Rituale wie ein kurzer Spaziergang am Abend oder eine sanfte Entspannungsübung vor dem Schlafengehen können deinen Körper auf Ruhe vorbereiten und die Erholung verbessern.
Ernährung: Orientierung statt strenger Regeln
Bei Fibromyalgie kann die Ernährung großen Einfluss auf Energie, Schmerzen und das allgemeine Wohlbefinden haben. Ich empfehle keine strikten Diäten, sondern Orientierung: Achte auf ausgewogene Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und nährstoffreiche Lebensmittel.
Manchmal hilft ein Ernährungstagebuch, um herauszufinden, welche Nahrungsmittel sich positiv oder negativ auf dein Befinden auswirken. Es geht nicht um Perfektion, sondern um kleine Anpassungen, die du langfristig in deinen Alltag integrieren kannst.
Solltest du Darm- oder Verdauungsprobleme haben, ist es wichtig, diese ärztlich abklären zu lassen. Häufig gehen Reizdarm oder SIBO mit Fibromyalgie Hand in Hand, und sie zu ignorieren kann deinen Genesungsprozess erschweren.
Viele Betroffene probieren Ausschlussdiäten, um herauszufinden, welche Lebensmittel Probleme machen. Aus meiner Erfahrung ist Ernährung aber eines der komplizierteren Themen – wir alle haben Lieblingsspeisen und bestimmte Gewohnheiten, die wir genießen. Diese einfach zu ändern, fällt nicht leicht.
Es braucht nicht nur den Wunsch, etwas zu verändern, sondern auch die Energie und Kraft, mehr Zeit beim Einkaufen und Kochen zu investieren. Deshalb empfehle ich, zunächst andere Bereiche wie Medikamente, Schlaf oder Stressmanagement zu stabilisieren. So fällt es dir leichter, die Ernährung nachhaltig anzupassen und langfristig davon zu profitieren.

Mindset: Wie du mit dir selbst umgehst, macht einen Unterschied
Ein zentraler Baustein, wenn du Fibromyalgie ganzheitlich behandeln möchtest, ist das Mindset – also die Art, wie du über dich und deine Situation denkst und wie du mit dir selbst sprichst. Oft wird dieser Bereich unterschätzt, dabei beeinflusst er entscheidend, wie belastend Symptome erlebt werden und wie gut du deinen Alltag gestalten kannst.
Der innere Dialog bei Fibromyalgie
Viele Betroffene sind mit sich selbst kritisch oder streng. Gedanken wie „Ich müsste mehr schaffen“ oder „Ich bin zu langsam“ erzeugen zusätzlichen Stress und verstärken oft das Schmerzempfinden. Indem du dir bewusst machst, wie du mit dir selbst sprichst, kannst du bereits eine große Entlastung erreichen.
Selbstkritik reduziert Energie
Ständige Selbstkritik raubt Kraft. Sie führt dazu, dass du dich schlechter fühlst, weniger motiviert bist und die Symptome intensiver wahrnimmst. Wenn du lernst, diese inneren Stimmen freundlich zu hinterfragen, öffnet sich Raum für Selbstfürsorge und Geduld.
Einen freundlicheren Umgang mit dir selbst entwickeln
Ein realistischer und freundlicher Umgang mit dir selbst bedeutet nicht, dass du alles ignorierst oder dich nicht weiterentwickelst. Es bedeutet, dass du dich selbst akzeptierst, deine Grenzen respektierst und dich bei Rückschlägen nicht zusätzlich unter Druck setzt. Kleine positive Gedanken oder Selbstanerkennung im Alltag können die Wahrnehmung enorm verändern.
Geduld, Akzeptanz und realistische Erwartungen
Fibromyalgie ist oft ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Akzeptanz heißt nicht Resignation, sondern zu erkennen, wo du ansetzen kannst, und kleine Schritte zu schätzen. Geduld mit dir selbst und realistische Erwartungen helfen, dass Veränderungen nachhaltig werden und du dich langfristig stabiler fühlst.
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Achtsamkeit in schwierigen Phasen
Es gibt Tage, an denen Fibromyalgie besonders präsent ist: Schmerzen sind stärker, die Erschöpfung nimmt überhand und selbst kleine Aufgaben fühlen sich wie ein Berg an. Genau in solchen Momenten wirkt Achtsamkeit oft schwer umsetzbar – und doch kann sie gerade dann eine sanfte Unterstützung sein.
Kleine Schritte an schlechten Tagen
An Tagen, an denen kaum Energie da ist, reicht oft schon ein kurzer Moment. Vielleicht nur drei bewusste Atemzüge oder eine Minute, in der du deine Hände auf den Bauch legst und spürst, wie er sich hebt und senkt. Auch wenn es sich klein anfühlt – diese kurzen Pausen können dir helfen, innerlich etwas mehr Ruhe zu finden.
Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
Es ist leicht, sich selbst zu verurteilen: „Warum schaffe ich das heute nicht?“ oder „Andere haben viel mehr Energie.“ Doch Selbstkritik verstärkt nur den inneren Druck. Achtsamkeit bei Fibromyalgie bedeutet auch, dir mit Freundlichkeit zu begegnen. Erinnere dich daran: Dein Körper leistet viel, und Pausen sind keine Schwäche, sondern eine Form der Fürsorge.
Akzeptanz üben
Schwierige Tage lassen sich nicht immer wegmeditieren. Aber du kannst lernen, den Moment so anzunehmen, wie er gerade ist – ohne ihn noch zusätzlich mit Gedanken wie „Das darf nicht sein“ zu belasten. Akzeptanz bedeutet nicht, aufzugeben, sondern den Widerstand loszulassen, der oft unnötig Energie kostet.
Kleine Hilfen im Alltag
Vielleicht hilft dir an diesen Tagen eine beruhigende Musik, ein Duftöl oder das bewusste Wahrnehmen von etwas Schönem im Raum – sei es ein Bild, eine Kerze oder ein Blick aus dem Fenster. Solche kleinen Anker können dich dabei unterstützen, dich für einen Moment aus dem Schmerzkarussell herauszuholen.
Achtsamkeit in schwierigen Phasen heißt nicht, alles sofort leichter zu machen. Aber sie kann den Tag ein Stück erträglicher und sanfter gestalten – und genau das ist manchmal schon ein wichtiger Unterschied.
Fazit: Achtsamkeit unterstützt
Fibromyalgie ganzheitlich zu behandeln bedeutet, alle Ebenen – Körper, Lebensstil und Mindset – im Blick zu haben. Jede Ebene beeinflusst die andere: Körperliche Stabilität unterstützt deinen Alltag, bewusste Lebensstil-Anpassungen geben Energie, und ein freundlicher, realistisch geprägter Umgang mit dir selbst erleichtert den Alltag spürbar.
Es geht nicht darum, alles perfekt umzusetzen, sondern darum, kleine, machbare Schritte zu finden, die zu deinem Leben passen. Jeder Fortschritt, egal wie klein er scheint, ist ein Schritt hin zu mehr Wohlbefinden und Stabilität.
Nimm dir Zeit, beobachte, was dir guttut, und gestalte deinen Alltag so, dass er dich unterstützt. So kannst du Fibromyalgie nicht nur besser verstehen, sondern auch deinen ganz persönlichen Weg finden, mit ihr umzugehen – sanft, selbstwirksam und nachhaltig.
👉 Wenn du dabei persönliche Unterstützung möchtest, kann meine 1:1-Begleitung dir helfen, die passenden Strategien für deinen Körper, deinen Alltag und dein Mindset zu entwickeln.
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Über die Autorin:
Kerstin Goldstein
Kerstin Goldstein ist zertifizierter Coach und Fitnesstrainerin mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit chronischen Erkrankungen wie Fibromyalgie. Mit ihrer empathischen und ganzheitlichen Herangehensweise unterstützt sie Menschen dabei, ein aktiveres und erfüllteres Leben trotz der Diagnose zu führen. Ihr Ziel ist es, Betroffenen Mut zu machen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und mehr Lebensfreude zu finden.
Kerstin lebt ihre Werte – Gesundheit, Beharrlichkeit und Anerkennung – sowohl im Beruf als auch privat. Ihre Mission ist es, Menschen zu zeigen, dass sie ihren Weg zu mehr Leichtigkeit und Wohlbefinden finden können.